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Es kann so schnell vorbei sein

6. Mai. 2017 17:21 | Kategorie: Aktuelles

Am 11. April habe ich euch hier mein Foto-Projekt "Stader Hunde" vorgestellt und eins der ersten Fotos aus dieser Serie von meinem Herzenshund Otto gezeigt. Sechs Tage danach ist Otto gestorben. :-( Er hatte Krebs, zunächst Blasenkrebs, der am Ende gestreut und Milz und Leber sehr stark befallen hat. Am Ostermontag mussten wir ihn leider erlösen. Und obwohl wir lange vorher wussten, dass er nur noch eine begrenzte Zeit bei uns sein wird, war und ist es ein schmerzlicher Verlust. Jeden Tag denke ich an meinen kleinen Hunde-Opi, an die schönen, aber auch die schweren Momente mit ihm. Und ich sehe mir Fotos und Videos an und bin sehr froh darüber, diese zu haben. Letztes Jahr im Sommer zum Beispiel habe ich mich mit Otto zusammen von der lieben Jasmin Ziegler, einer großartigen Fotografen-Kollegin aus Süddeutschland, fotografieren lassen. Eins dieser Fotos steht bei uns im Wohnzimmer, weitere sind in der Wohnung verteilt. Jedes Mal, wenn ich diese Fotos sehe, geht mir das Herz auf und ich denke daran, wie viel Spaß Otto hatte und wie gut er drauf war an diesem Tag. Auch ich selbst habe natürlich Unmengen von Fotos von Otto geschossen, viele davon schlummern sogar noch unbearbeitet auf meiner Festplatte. All diese Erinnerungen sind sooo unendlich wertvoll für mich, da sie unwiederbringliche Momente für immer zeigen. Zwar kann ich Ottos Flauschefell nicht mehr streicheln und er wird nie wieder schwanzwedelnd im Flur auf mich warten und mir meine Hausschuhe vor die Füße legen, aber ich denke daran, wie es war, wenn ich seine Fotos anschaue. Er lebt in ihnen weiter.

Aus meiner Erfahrung heraus möchte ich euch deswegen sagen, was schon die Menschen im Barock wussten: Nutzt den Tag und nutzt die Zeit, die euch (noch) bleibt! "Mach ich morgen", "Mach ich, wenn es mal passt", "Hab ich grad keine Zeit für" - wer kennt Aussagen dieser Art nicht? Auch mich selbst nehme ich davon nicht aus. Aber wer weiß schon, was morgen ist? Niemand. Alles kann so schnell vorbei oder zumindest ganz anders sein. Das haben mir die letzten Wochen absolut vor Augen geführt. Unser aller Zeit ist begrenzt, die unserer Vierbeiner ebenso wie unsere eigene. Daher, und das sage ich nicht als Fotografin, die Geld verdienen möchte (ganz, ganz am Rande: Ich habe einen Beruf, von dem ich lebe - die Fotografie ist es (leider) nicht, sie betreibe ich "nur" nebenher, für sie wende ich einen Teil meiner wertvollen Freizeit auf und sie macht mich glücklich, füllt aber nicht meinen Kühlschrank), sondern als Mensch, Reiterin und ehemalige Hundebesitzerin: Nehmt euch Zeit, für die Dinge, die euch wichtig sind! Macht, was euch richtig erscheint! Schafft Erinnerungen! Sofort (oder spätestens gleich danach, maximal morgen)!

Für mich persönlich sind Fotos der absolute "Erinnerungsgarant". Wenn ihr schon länger vorhabt, Fotos von eurem geliebten Vierbeiner - sei es mit oder ohne euch - machen zu lassen: Macht es! Egal ob bei mir oder bei wem auch immer. Ob der Hund dabei eine Schramme an der falschen Stelle hat oder das Pferd unterm Reiter nicht konstant in Anlehnung läuft ist sowas von wurscht - erstens sieht man davon auf den Fotos meist nicht viel (und wozu gibt es Photoshop? ;-) ) und zweitens wird euch dies später weniger stören als die verpasste Chance, überhaupt Fotos gemacht zu haben. Deshalb, nutzt eure Zeit und schiebt sowas nicht vor euch her. Fotos sind sooo wertvoll, denn sie sind nahezu das einzige, was uns von unseren geliebten Vierbeinern bleibt und was unsere Erinnerungen an sie am Leben hält.

Passend zum Thema: Auf dem Foto seht ihr Otto auf seinem letzten Spaziergang durch die wunderschöne Nordoer Heide, nur einen einzigen Tag bevor sein Herz für immer aufhörte zu schlagen. Als hätte ich es geahnt, war die Kamera dabei. Dafür bin ich im Nachhinein so dankbar! Du fehlst, Rübi!